Das Stirnchakra (Sanskrit: Ajna – „Wahrnehmung“, „Befehl“ oder „Wissen“) ist das sechste der sieben Hauptchakren. Es wird weltweit als Drittes Auge bekannt und gilt als Zentrum der Intuition, inneren Vision und höheren Erkenntnis.
Lage
Genau in der Mitte der Stirn, etwas oberhalb der Augenbrauen (ca. auf Höhe der Nasenwurzel / zwischen den Augenbrauen). Es wird oft als Punkt zwischen und leicht über den physischen Augen visualisiert.
Symbolik und Darstellung
Das Ajna-Chakra wird meist als zweiblättriger Lotus (manchmal auch als sechzehn- oder mehrblättrig dargestellt) symbolisiert. Im Zentrum befindet sich ein abwärtsgerichtetes Dreieck (Yoni- oder Shakti-Symbol), darin das Om-Zeichen (ॐ) und oft ein kleiner Kreis oder Punkt (Bindu) darüber. Die zwei Blütenblätter stehen für die letzten verbleibenden Dualitäten (z. B. Ich und Nicht-Ich, Subjekt und Objekt, Sonne und Mond / Ida und Pingala).
Farbe
Indigo (tiefes Blau-Violett) oder dunkles Violett. Indigo steht für Weisheit, Intuition, Klarheit und spirituelle Einsicht.
Bedeutung und Funktionen
- Intuition & Innere Weisheit: Das „innere Sehen“ – Hellsehen, Hellfühlen, Vorahnungen, Träume deuten.
- Mentale Klarheit: Konzentration, Unterscheidungsvermögen (Viveka), geistige Schärfe, Wahrheit erkennen.
- Bewusstsein jenseits des Verstandes: Brücke zwischen dem rationalen Verstand (unteres Stirnchakra) und dem reinen Bewusstsein (Kronenchakra).
- Element: Licht oder Mahat (kosmischer Geist) – kein grobes Element mehr.
- Drüse / Körperliche Entsprechung: Zirbeldrüse (Epiphyse), Hypophyse, Augen, Stirnhöhlen, Teile des Gehirns (insbesondere Pinealdrüse).
- Mantra / Bijasound: OM (ॐ) oder AUM – oft lang und tief chanted. Auch die Frequenz 852 Hz (Solfeggio) wird häufig damit assoziiert.
Ausgeglichenes vs. blockiertes Stirnchakra
- Harmonisch / geöffnet: Starke Intuition, klare Visionen (auch im Traum), geistige Klarheit, gutes Urteilsvermögen, Fähigkeit „zwischen den Zeilen zu lesen“, innere Führung, luzide Träume, spirituelle Einsichten.
- Blockiert / unausgeglichen: Kopfschmerzen / Migräne (besonders Stirn), Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Zweifel an der eigenen Intuition, Überrationalität („nur was ich sehe, glaube ich“), Halluzinationen / Paranoia (bei Überaktivität), Albträume, Angst vor dem Unbekannten, Illusionen / Maya-Gefangenheit.