Yogakissen nähen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein selbstgenähtes Yogakissen ist eine schöne Möglichkeit, Meditation und Yoga mit Nachhaltigkeit und Individualität zu verbinden. Du kannst Größe, Höhe, Stoff und Füllung selbst bestimmen und beispielsweise alte Kleidung, Bettwäsche oder Stoffreste wiederverwenden.

In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du ein rundes Yogakissen bzw. Meditationskissen mit etwa 33 cm Durchmesser und 18 cm Höhe selbst nähen kannst. Das Ergebnis eignet sich für Meditation, Atemübungen, Yoga oder einfach als bequemes Sitzkissen.

Yogakissen nähen

Warum ein Yogakissen selber nähen?

Ein gutes Meditationskissen kann dabei helfen, bequemer und aufrechter zu sitzen. Besonders bei längeren Meditationen kann eine leicht erhöhte Sitzposition angenehm sein.

Wenn du dein Yogakissen selbst nähst, hast du außerdem viele Gestaltungsmöglichkeiten:

  • Individuelle Größe: Passe Durchmesser und Höhe an deine Körpergröße und Sitzposition an.
  • Freie Stoffwahl: Baumwolle, Leinen oder andere robuste Stoffe eignen sich gut.
  • Nachhaltig: Alte Kleidung, Bettwäsche oder Stoffreste können wiederverwendet werden.
  • Austauschbare Füllung: Je nach gewünschter Festigkeit kannst du unterschiedliche Materialien verwenden.
  • Individueller Look: Farbe, Muster, Form und Details lassen sich selbst bestimmen.
  • Reparierbar: Bei einem selbstgenähten Kissen kannst du Bezug oder Nähte später problemlos reparieren.

Wenn du lieber ein fertiges Modell kaufen möchtest, findest du beispielsweise Meditationskissen im Sortiment von Tantra Yoga Art.


Yogakissen nähen: Das brauchst du

Für ein rundes Yogakissen mit ungefähr 33 cm Durchmesser und 18 cm Höhe benötigst du:

Für den Bezug

  • etwa 1 Meter Stoff
  • Stoffschere
  • Maßband oder Lineal
  • Stecknadeln oder Stoffklammern
  • Schneiderkreide oder Stoffmarker
  • Nähmaschine oder Nadel und Faden
  • Bügeleisen
  • passendes Garn

Für die Füllung

Je nach gewünschter Festigkeit kannst du beispielsweise verwenden:

  • Stoffreste
  • alte Kleidung
  • Buchweizenschalen
  • Kapok
  • andere geeignete Kissenfüllungen

Tipp: Buchweizenschalen sind besonders interessant, wenn du ein formstabiles Meditationskissen möchtest. Stoffreste ergeben dagegen eine weiche, feste und sehr ressourcenschonende Füllung.


Schnittmuster für ein rundes Yogakissen

Für ein Kissen mit einem fertigen Durchmesser von etwa 33 cm kannst du zwei Stoffkreise mit 35 cm Durchmesser zuschneiden. Die zusätzlichen Zentimeter dienen als Nahtzugabe.

Für die Seitenwand benötigst du einen Stoffstreifen von ungefähr:

114 cm × 20 cm

Damit erhältst du ausreichend Material für die Seitenwand und die Nahtzugaben.

Wichtig: Die Maße sind ein Ausgangspunkt. Je nach gewünschter Höhe, Füllung und Nahtzugabe kannst du das Schnittmuster entsprechend anpassen.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: Yogakissen selber nähen

1. Stoff vorbereiten

Wasche den Stoff zunächst und lasse ihn vollständig trocknen. Anschließend kannst du ihn bügeln.

Das Vorwaschen ist besonders bei Baumwolle und anderen Naturfasern sinnvoll, weil der Stoff später nicht mehr so stark einläuft.

Lege den Stoff anschließend glatt auf eine große Arbeitsfläche.


2. Zwei Stoffkreise ausschneiden

Zeichne mithilfe eines Tellers, einer Schablone oder eines selbst erstellten Zirkels zwei Kreise mit 35 cm Durchmesser auf den Stoff.

Schneide beide Kreise sauber aus.

Die 35 cm ergeben sich aus dem gewünschten Endmaß von etwa 33 cm plus Nahtzugabe.

Tipp: Kontrolliere vor dem Zuschneiden noch einmal, ob beide Kreise exakt gleich groß sind. Das erleichtert das spätere Zusammennähen.


3. Seitenwand zuschneiden

Schneide einen Stoffstreifen von ungefähr 114 cm Länge und 20 cm Breite zu.

Dieser Streifen bildet später die Seitenwand des Yogakissens.

Wenn du einen besonders hohen oder niedrigen Sitz bevorzugst, kannst du die Breite des Streifens entsprechend verändern.


4. Seitenwand zusammennähen

Lege die kurzen Enden des Stoffstreifens rechts auf rechts aufeinander.

Stecke sie fest und nähe sie zu einem geschlossenen Ring zusammen.

Anschließend kannst du die Nahtzugabe auseinanderbügeln. So liegt die Seitenwand später sauberer.

Tipp: Versäubere die Schnittkanten beispielsweise mit einem Zickzackstich oder einer Overlocknaht. Dadurch franst der Stoff weniger aus.


5. Oberen Stoffkreis befestigen

Lege die Seitenwand mit der rechten Stoffseite nach außen an einen der Stoffkreise.

Stecke den Kreis rundherum fest.

Beginne am besten an der Naht der Seitenwand und verteile anschließend den restlichen Stoff gleichmäßig.

Da ein Kreis und eine gerade Seitenkante zusammengenäht werden, solltest du langsam arbeiten. Kleine Falten lassen sich vermeiden, wenn du den Stoff gleichmäßig verteilst und gegebenenfalls zusätzliche Stecknadeln verwendest.

Nähe den Kreis rundherum an die Seitenwand.


6. Unteren Stoffkreis annähen

Wiederhole den Vorgang mit dem zweiten Stoffkreis.

Lasse dabei eine Öffnung von etwa 15 cm frei.

Durch diese Öffnung wird das Kissen später gewendet und gefüllt.

Nähe die restliche Strecke sorgfältig zusammen und sichere die Naht am Anfang und Ende.


7. Kissen wenden

Wende den Bezug durch die Öffnung auf die rechte Seite.

Drücke die Nähte vorsichtig von innen heraus. Ein stumpfes Hilfsmittel kann dabei helfen, die Rundung sauber auszuformen.

Verwende dabei keine spitzen Gegenstände, damit du den Stoff nicht beschädigst.

Bügle den Bezug bei Bedarf vorsichtig.


8. Yogakissen richtig füllen

Jetzt kommt die Füllung.

Wenn du Stoffreste verwendest, schneide größere Stücke vorher in kleinere Stücke. So lässt sich die Füllung gleichmäßiger verteilen.

Fülle das Kissen nach und nach und drücke die Füllung immer wieder fest.

Welche Füllung eignet sich?

FüllmaterialEigenschaftenGeeignet für
Buchweizenschalenformstabil, anpassungsfähigMeditation, Zafu
Kapokleicht und weichweicheres Sitzgefühl
Stoffrestenachhaltig, festUpcycling
Mischfüllungindividuell anpassbarpersönliche Vorlieben

Die richtige Füllmenge hängt davon ab, wie fest und hoch dein Kissen werden soll.

Tipp: Fülle lieber zunächst etwas weniger ein. Du kannst später problemlos weiteres Material hinzufügen.


9. Öffnung schließen

Wenn das Yogakissen die gewünschte Höhe und Festigkeit erreicht hat, schließe die Öffnung.

Am saubersten gelingt das von Hand mit einem Leiterstich. Die Naht ist anschließend von außen kaum sichtbar.

Alternativ kannst du bereits beim Nähen einen Reißverschluss einplanen. Das ist etwas aufwendiger, hat aber einen großen Vorteil: Der Bezug kann später abgenommen und gewaschen werden.


10. Yogakissen fertigstellen

Kontrolliere dein fertiges Kissen noch einmal:

  • Sind alle Nähte geschlossen?
  • Ist die Füllung gleichmäßig verteilt?
  • Hat das Kissen die gewünschte Höhe?
  • Gibt es lose Fäden?
  • Sitzt der Bezug gleichmäßig?

Optional kannst du einen Tragegriff an der Seitenwand anbringen. So lässt sich das Kissen bequem zum Yogaunterricht, zur Meditation oder auf Reisen mitnehmen.


Nachhaltiges Yogakissen aus alten Textilien

Ein selbstgenähtes Meditationskissen eignet sich hervorragend für ein Upcycling-Projekt.

Statt neuen Stoff zu kaufen, kannst du beispielsweise verwenden:

  • alte Bettwäsche
  • ausgediente Baumwollkleidung
  • Stoffreste
  • alte Vorhänge
  • nicht mehr benötigte Handtücher

Besonders praktisch sind robuste Baumwollstoffe, weil sie strapazierfähig und vergleichsweise einfach zu verarbeiten sind.

5 Tipps für ein nachhaltiges Meditationskissen

1. Vorhandene Materialien verwenden
Bevor du neuen Stoff kaufst, prüfe deinen Kleiderschrank oder deine Stoffkiste.

2. Naturfasern bevorzugen
Baumwolle, Leinen oder Hanf können eine gute Wahl für den Bezug sein.

3. Bezug waschbar gestalten
Ein Reißverschluss macht die spätere Reinigung deutlich einfacher.

4. Füllung austauschbar machen
Eine separate Innenhülle für die Füllung ermöglicht es, den Bezug leichter zu waschen.

5. Reparieren statt wegwerfen
Kleine Schäden lassen sich meist schnell ausbessern. Dadurch kann dein Yogakissen viele Jahre verwendet werden.


Yogakissen oder Meditationskissen – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Yogakissen und Meditationskissen werden häufig synonym verwendet. Allerdings gibt es unterschiedliche Formen und Bauweisen.

Zafu

Das klassische Zafu ist ein rundes, relativ festes Meditationskissen. Es erhöht die Sitzposition und kann dadurch eine aufrechte Sitzhaltung unterstützen.

Zabuton

Ein Zabuton ist eine flache, größere Matte, die häufig unter einem Zafu liegt. Sie sorgt für eine weichere Unterlage für Knie und Füße.

Halbmondkissen

Ein Halbmondkissen bietet seitliche Unterstützung und kann besonders für Menschen interessant sein, die beim Meditieren etwas mehr Halt benötigen.

Rechteckiges Meditationskissen

Rechteckige Modelle bieten eine größere Auflagefläche und können sowohl zum Meditieren als auch als bequemes Sitzkissen verwendet werden.


Häufige Fehler beim Nähen eines Yogakissens

Die Seitenwand ist zu lang oder zu kurz

Wenn der Umfang des Stoffkreises und die Länge der Seitenwand nicht zusammenpassen, entstehen beim Zusammennähen Falten.

Lösung: Messe den Umfang des Kreises möglichst genau und berücksichtige die Nahtzugabe.

Das Kissen wird zu weich

Eine zu geringe Füllmenge führt dazu, dass das Kissen schnell zusammensackt.

Lösung: Fülle das Kissen schrittweise und teste zwischendurch die Sitzhöhe.

Die Füllung verklumpt

Bei Stoffresten können größere Stücke zu ungleichmäßigen Bereichen führen.

Lösung: Stoffreste möglichst klein schneiden und während des Befüllens regelmäßig verteilen.

Der Bezug lässt sich nicht waschen

Eine dauerhaft geschlossene Öffnung macht die Reinigung schwieriger.

Lösung: Einen Reißverschluss einplanen oder eine separate Innenhülle für die Füllung nähen.


Wie hoch sollte ein Yogakissen sein?

Die optimale Höhe hängt von deiner Körpergröße, Beweglichkeit und Sitzposition ab.

Als Ausgangspunkt sind etwa 10 bis 20 cm für ein Meditationskissen üblich. Ein höheres Kissen kann besonders dann angenehm sein, wenn die Hüften beim Sitzen deutlich erhöht werden sollen.

Entscheidend ist nicht eine bestimmte Zentimeterzahl, sondern dass du bequem und möglichst aufrecht sitzen kannst, ohne unnötige Spannung aufzubauen.


Yogakissen selbst nähen oder kaufen?

Selber nähen lohnt sich besonders, wenn du:

  • gerne nähst,
  • vorhandene Stoffe wiederverwenden möchtest,
  • eine bestimmte Größe benötigst,
  • Farbe und Design selbst bestimmen möchtest,
  • die Füllung individuell anpassen willst.

Ein fertiges Meditationskissen ist dagegen praktisch, wenn du schnell ein einsatzbereites Produkt möchtest oder keine Nähmaschine besitzt.

Für fertige Modelle kannst du dir beispielsweise die Meditationskissen von Tantra Yoga Art ansehen.


Fazit: Yogakissen selber nähen ist einfacher als gedacht

Ein eigenes Yogakissen zu nähen ist ein überschaubares DIY-Projekt, das sich auch für Nähanfänger eignet. Mit zwei Stoffkreisen, einer Seitenwand und einer passenden Füllung kannst du dir ein individuelles Meditationskissen im Zafu-Stil herstellen.

Besonders nachhaltig wird das Projekt, wenn du vorhandene Textilien und Stoffreste verwendest. Gleichzeitig kannst du Höhe, Festigkeit, Bezug und Design genau an deine persönlichen Bedürfnisse anpassen.

Wenn du lieber ein fertiges Kissen verwenden möchtest, findest du eine Auswahl an Meditationskissen und Yogakissen bei Tantra Yoga Art.

FAQ: Yogakissen nähen

Welcher Stoff eignet sich für ein Yogakissen?

Robuste Baumwolle, Leinen oder Hanf sind gute Optionen. Der Stoff sollte strapazierfähig sein und sich möglichst einfach waschen lassen.

Womit kann man ein Yogakissen füllen?

Geeignet sind unter anderem Buchweizenschalen, Kapok oder wiederverwendete Stoffreste. Buchweizenschalen sind besonders beliebt für klassische Meditationskissen, weil sie sich gut an die Sitzposition anpassen.

Wie viel Füllung braucht ein Yogakissen?

Das hängt von den Abmessungen und dem gewünschten Härtegrad ab. Fülle das Kissen am besten schrittweise und teste zwischendurch die Sitzhöhe und Festigkeit.

Kann man ein Yogakissen waschen?

Am einfachsten ist ein abnehmbarer Bezug mit Reißverschluss. Die Füllung sollte entsprechend der verwendeten Füllungsart separat behandelt werden.

Ist ein Yogakissen auch zum Meditieren geeignet?

Ja. Ein Yogakissen beziehungsweise Zafu kann die Sitzposition erhöhen und dadurch eine angenehme Meditationshaltung ermöglichen.

Wie groß sollte ein selbstgenähtes Zafu sein?

Ein Durchmesser von etwa 30 bis 35 cm ist ein guter Ausgangspunkt für ein klassisches rundes Meditationskissen. Die optimale Höhe hängt von deiner individuellen Sitzposition ab.